ungenaue Genauigkeiten
Geschrieben von: Oetzi5300   
Sonntag, den 18. Oktober 2009 um 21:45 Uhr
Wir kennen dies wohl alle, dass ärgerliche Spiel mit der Genauigkeit. Entweder liegt der Cache einige Meter "off" oder man sucht lange an der falschen Stelle, weil man zu sehr seinem GPS vertraut. Oder man ist der Owner und bekommt immer mal wieder ein nette Mail die uns darauf hinweist das der Cache "off" liegt.

Wir halten unseren stolz erworbenen, neuen GPS-Empfänger in den Händen und stapfen siegesmutig durch den Wald. Natürlich werden wir mit diesem Gerät jedes noch so tolles Versteck finden können. Denn diese  Spielzeugen haben eine Genauigkeit (lt. Hersteller) von bis zu 0,5 Meter.
(und natürlich haben wir in der Beschreibung diesen kleinen Zusatz: "bis zu" völlig über lesen, denn für mehrere grüne Lappen erwarten wir äusserste Präzission)

Gerade die "Neulinge" unter uns, kennen die Anfänge des Geocaching nicht! Die ersten Handgeräte waren teuer und ungenau. Nicht selten hatte man im Wald garkein Satellitenempfang, dann hieß es eine Lichtung suchen, 3-10 Minuten warten, ungefähr die Richtung anpeilen bis die so eben schwer ergatterten Satelliten wieder verschwanden. Wenn es richtig gut lief, dann hielt der Empfang bis zum Ziel an.
Bis zum Ziel??? Naja... das "Ziel" war noch vor nicht allzu langer Zeit eine Genauigkeit von 15-20 Metern. Also ein recht beachtlicher Suchradius! Drum ist Geocaching ein "Such-Spiel" und kein "Hin-geh-auf-heb-log-Weiter-gehts-Spiel" wie so mancher Noob meint.

Kommen wir zurück zu unserer Genauigkeit. Zum Beispiel bei den viel geliebten Garmin-Geräten. Die Genauigkeitsanzeige bezieht sich auf die sogenannte 50 % CEP (Circular Error Probable). Das heißt, dass sich 50 % aller Messungen in einem Kreis mit dem angegeben Genauigkeitsradius befinden. Zeigt das GPS also eine Genauigkeit von 5 Metern an. Dann liegen nur 50% der Messwerte innerhalb dieses Kreises. Andere GPS Hersteller gehen mit ihren Genauigkeitswerten deutlich weniger Optimistisch zur Sache.
Die Hälfte der Messpunkte liegen ausserhalb dieses Radius.  Weiterhin liegen 95 % aller Messpunkte innerhalb eines Kreises mit dem doppelten angegebenen Radius. Wären wir  schon bei 10 Metern. Und weiterhin 98,9 % der Messungen liegen in einem Kreis 2,55 fachen Radius.  Das Garmin zeigt uns 5 Meter Genauigkeit. Alle Messpunkte zusammen liegen aber in einem Radius von 12,75 Metern. Also im schlimmsten Fall haben wie einen Suchradius von gut 12 Metern zu bearbeiten.

WAAS / Egnos sollte hier auch noch erwähnt werden. Denn diese zur Verbesserung der Genauigkeit dienenden Funktionen sind gerade beim geocachen durch Feld, Wald und Wiese mit einer hohen Fehlerquote belastet. Denn das GPS benötigt "Sichtkontakt" zu einen geostationären Satellit. Das heißt auch, je nördlicher der GPS-Empfänger durch den Wald hüpft desto weniger "Sichtkontakt" über den Horizont besteht zu dem geostationären Satellit. Daher ist WAAS / Egnos vorallem auf offenen Flächen zb. Flughäfen, für die Seefahrt und für den Luftraum interessant.
Im Wald oder in innerstädtischen Häuserschluchten wird kaum ein GPS-Nutzer in den Genuss von WAAS oder Egnos kommen, auch wenn uns dies von unserem GPS vorgegaukelt wird.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 18. Oktober 2009 um 22:47 Uhr
 

Kommentare  

 
0 #1 Raecher 2009-10-19 10:16
Danke für den Artikel! Mögen ihn viele Neulinge lesen und darüber nachdenke. Mich als Owner stören gerade bei meinen Waldcaches die Meldungen, dass der Cache ja wohl 5 Meter off liege...

Wenn ich da an meine Anfänge mit dem Handy und der BT-Maus denke...
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